Handgelenkschmerzen nach der Geburt: Mutter hält die Hand ihres Babys

Handgelenkschmerzen nach der Geburt: was hilft

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Sabine Kasten

Handgelenkschmerzen nach der Geburt treffen viele Mütter in den ersten Monaten. Oft beginnt alles mit einem leichten Ziehen an der Daumenseite. Später schmerzt jede Bewegung beim Hochheben deines Babys. Viele Frauen halten das für eine normale Begleiterscheinung. Häufig steckt jedoch eine Überlastung der Sehnen dahinter. In diesem Beitrag liest du, wie die Beschwerden entstehen und was deinem Handgelenk guttut.

Warum Handgelenkschmerzen nach der Geburt entstehen

Dein Alltag verändert sich mit dem Baby von einem Tag auf den anderen. Du hebst dein Kind täglich unzählige Male hoch. Dabei spreizt du den Daumen ab und knickst das Handgelenk zur Seite. Diese Bewegung wiederholt sich über Wochen. Dadurch geraten die Sehnen am Daumen unter Dauerbelastung.

Hinzu kommt die hormonelle Umstellung nach der Geburt. Dein Bindegewebe reagiert in dieser Zeit empfindlicher. Außerdem schläfst du weniger, deshalb erholt sich das Gewebe langsamer. Fachleute beobachten Sehnenscheidenentzündungen in Schwangerschaft und Stillzeit daher häufiger. Eine verständliche Übersicht bietet der Beitrag zur Sehnenscheidenentzündung beim IQWiG.

Meist betrifft es die Sehnen an der Daumenseite des Handgelenks. Fachleute sprechen dann von einer Tendovaginitis de Quervain. Im Alltag hörst du eher die Begriffe Hausfrauendaumen oder Mama-Daumen. Der Name klingt harmlos, die Beschwerden sind es nicht.

Woran du die Beschwerden erkennst

Typisch ist ein stechender Schmerz an der Daumenseite des Handgelenks. Manchmal zieht er bis in den Unterarm. Beim Greifen, Tragen und Auswringen nimmt er zu. Einige Frauen bemerken zusätzlich eine kleine Schwellung über dem Gelenk.

Ein guter Hinweis ist der Griff zu deinem Kind. Schmerzt das Anheben unter den Achseln besonders stark, liegt die Belastung meist am Daumen. Auch das Öffnen von Gläsern oder das Drehen eines Schlüssels fällt dann schwer. Solche Alltagszeichen helfen dir bei der ersten Einordnung.

Halten die Schmerzen länger als zwei Wochen an, lass sie abklären. Denn eine frühe Behandlung verkürzt den Verlauf deutlich. Auch Taubheitsgefühle in den Fingern gehören in fachliche Hände. Eine kurze Untersuchung genügt meist für eine klare Einordnung. Danach weißt du, welche Belastung dein Handgelenk gerade verträgt.

Was du im Alltag sofort ändern kannst

Kleine Veränderungen entlasten oft mehr als lange Pausen. Achte deshalb vor allem auf die Griffe beim Heben und Tragen. Halte den Daumen dabei nah an der Hand.

  • Schiebe beide flachen Hände unter den Rumpf deines Babys, statt unter die Achseln zu greifen.
  • Trage dein Kind nah am Körper und wechsle die Seite regelmäßig.
  • Stütze deine Arme beim Stillen mit Kissen ab, damit die Hände locker bleiben.
  • Verteile kurze Pausen über den Tag, statt dich erst am Abend auszuruhen.
  • Kühle das Gelenk in der akuten Phase für einige Minuten.

Denke außerdem an die Höhe deiner Arbeitsflächen. Ein zu niedriger Wickeltisch zwingt dich in eine ungünstige Handhaltung. Auch das Tragen der Babyschale belastet den Daumen stark. Halte sie deshalb nah am Körper oder nutze beide Hände.

Eine Schiene für die Nacht stellt das Gelenk zusätzlich ruhig. Besprich ihren Einsatz jedoch vorher in deiner Arztpraxis. Sobald der Schmerz nachlässt, ergänzen sanfte Bewegungsübungen die Entlastung. Dadurch bleibt das Gewebe beweglich und kräftigt sich langsam wieder.

Physiotherapie bei Handgelenkschmerzen nach der Geburt

Bei Handgelenkschmerzen nach der Geburt schauen wir zuerst auf deine Bewegungsmuster. Wir prüfen Griffe, Haltung und Spannung im Unterarm. Oft zeigt sich, dass Schulter und Nacken mitarbeiten müssen. Deshalb behandeln wir nie nur die schmerzende Stelle.

Anschließend lösen wir Spannungen mit manuellen Techniken. Danach bauen wir gezielt Kraft in Hand und Unterarm auf. Wir zeigen dir Übungen, die in kurze Alltagspausen passen. Dadurch bleibt das Training auch mit Baby realistisch.

Osteopathische Techniken ergänzen die Behandlung, wenn Nacken und Brustwirbelsäule beteiligt sind. Denn die Nerven für Hand und Daumen verlaufen weit nach oben. Das bedeutet, wir betrachten immer die gesamte Kette.

Warum dein ganzer Körper dazugehört

Nach der Geburt verändert sich weit mehr als deine Hände. Rumpf und Beckenboden brauchen ebenfalls Zeit und einen ruhigen Aufbau. Beides stabilisiert dich beim Heben und Tragen. Mehr dazu liest du in unserem Beitrag zum Beckenboden nach der Geburt.

Auch die Bauchmuskulatur spielt eine wichtige Rolle. Trägt der Rumpf gut, entlastet das deine Arme ganz automatisch. Deshalb verbinden wir Handtherapie und Rückbildung sinnvoll miteinander. Wie das bei einer Rektusdiastase nach der Schwangerschaft aussieht, beschreiben wir in einem eigenen Beitrag.

Handgelenkschmerzen nach der Geburt begleiten dich nicht dauerhaft. Meist bessern sie sich deutlich, sobald du früh etwas veränderst. Du bist unsicher, ob deine Beschwerden eine Behandlung brauchen? Dann melde dich gern bei uns in Osnabrück. Wir nehmen uns Zeit, hören zu und schauen gemeinsam mit dir, was dir guttut.

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