Symphysenschmerzen in der Schwangerschaft: schwangere Frau im Profil

Symphysenschmerzen in der Schwangerschaft: sanft lindern

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Sabine Kasten

Symphysenschmerzen in der Schwangerschaft spürst du meist als Stechen vorn am Schambein. Oft strahlt der Schmerz in die Leiste oder in den Damm aus. Er wird beim Treppensteigen, beim Drehen im Bett oder beim Gehen deutlich stärker. Das ist belastend, weil du dich im Alltag ständig bewegst. In diesem Beitrag liest du, woher der Schmerz kommt und was dein Becken entlastet.

Warum Symphysenschmerzen in der Schwangerschaft entstehen

Die Symphyse, medizinisch Symphysis pubica, ist die knorpelige Verbindung zwischen deinen beiden Schambeinästen. Sie hält den vorderen Beckenring zusammen. Normalerweise bewegt sie sich kaum. In der Schwangerschaft dehnt sie sich jedoch um einige Millimeter, damit dein Baby später durch das Becken passt.

Verantwortlich dafür ist vor allem das Hormon Relaxin. Es lockert Bänder und Gelenke im ganzen Körper. Dadurch wird das Becken beweglicher, aber auch weniger stabil. Wenn die beiden Beckenhälften ungleichmäßig arbeiten, reizt das die Symphyse. Ärztinnen und Ärzte sprechen dann von einer Symphysenlockerung.

Zusätzlich wächst das Gewicht deines Babys, und der Körperschwerpunkt wandert nach vorn. Die Bauch- und Beckenbodenmuskulatur stützt das Becken weniger gut als vorher. Deshalb tragen die Bänder und die Symphyse mehr Last, besonders beim Stehen auf einem Bein.

Woran du die Beschwerden erkennst

Typisch ist ein punktueller Schmerz direkt über dem Schambein. Manche Frauen beschreiben ihn als Ziehen, andere als Stechen oder Brennen. Häufig spürst du außerdem ein Knacken oder Knirschen im Becken, wenn du dich bewegst.

Der Schmerz zeigt sich vor allem bei Bewegungen, die das Becken ungleich belasten. Dazu zählen Treppensteigen, das Anziehen der Hose im Stehen und das Aussteigen aus dem Auto. Manche Frauen gehen außerdem watschelnd, weil sie jeden Schritt vorsichtig setzen. Das bedeutet nicht, dass etwas Gefährliches vorliegt. Es zeigt, dass dein Becken gerade Entlastung braucht.

Was du im Alltag sofort ändern kannst

Schon kleine Anpassungen nehmen Druck von der Symphyse. Probiere deshalb Folgendes aus:

  • Setze dich zum Anziehen hin, statt auf einem Bein zu stehen.
  • Nimm Treppenstufen einzeln und halte dich am Geländer fest.
  • Drehe dich im Bett mit geschlossenen Knien und bewege Becken und Schultern gleichzeitig.
  • Steige ins Auto, indem du dich zuerst setzt und dann beide Beine zusammen hineindrehst.
  • Schlafe in Seitenlage mit einem Kissen zwischen den Knien.
  • Vermeide große Schritte und Ausfallschritte, weil sie die Symphyse auseinanderziehen.

Auch ein Schwangerschaftsstützgurt kann das Becken entlasten. Lass dich dazu am besten von deiner Hebamme oder Therapeutin beraten. Eine verständliche Übersicht zu Ursachen und Behandlung der Symphysenlockerung findest du bei der Apotheken Umschau.

Physiotherapie und Osteopathie bei Symphysenschmerzen

Halten die Beschwerden länger an, lohnt sich eine gezielte Behandlung. Deine Therapeutin prüft zuerst, wie beweglich Becken, Kreuzbein und Hüfte sind. Danach löst sie Spannungen in den Adduktoren, also den Oberschenkelmuskeln an der Innenseite, und im Gesäß. Anschließend zeigt sie dir Übungen, die dein Becken stabilisieren.

Die Osteopathie betrachtet dein gesamtes Becken. Sie achtet darauf, ob die beiden Beckenhälften gleichmäßig arbeiten. Mit sanften Griffen unterstützen wir die Beweglichkeit im Gewebe und entlasten die Symphyse. Viele Frauen spüren schon nach wenigen Behandlungen, dass der Schmerz abnimmt.

Warum dein ganzer Körper dazugehört

Symphysenschmerzen in der Schwangerschaft treten selten ganz allein auf. Das Schambein hängt eng mit Rücken und Beckenboden zusammen. Spannt sich eine dieser Regionen an, reagieren die anderen mit. Wenn zusätzlich der untere Rücken schmerzt, hilft dir unser Beitrag zu Rückenschmerzen in der Schwangerschaft weiter.

Auch nach der Geburt bleibt das Becken noch eine Weile empfindlich. Wie du den Beckenboden behutsam wieder aufbaust, liest du im Beitrag zum Beckenboden nach der Geburt. Bleibt ein Schmerz am Steißbein zurück, findest du Hinweise unter Steißbeinschmerzen nach der Geburt.

Wann du ärztlichen Rat einholen solltest

Die meisten Beschwerden sind unangenehm, aber harmlos. Einige Warnzeichen gehören jedoch in ärztliche Hände. Melde dich zeitnah, wenn der Schmerz plötzlich sehr stark wird oder du kaum noch gehen kannst.

Sprich außerdem mit deiner Ärztin oder Hebamme bei Fieber, Brennen beim Wasserlassen, Blutungen oder regelmäßigen Krämpfen im Unterbauch. Auch Taubheitsgefühle im Genitalbereich oder in den Beinen solltest du abklären lassen. Solche Symptome haben oft andere Ursachen, deshalb schafft ein Termin schnell Klarheit.

So begleiten wir dich in der Praxis

Du bist unsicher, ob deine Symphysenschmerzen in der Schwangerschaft normal sind? Dann sprich uns gern an. In unserer Praxis Vi.os in Osnabrück nehmen wir uns Zeit für dich und deine Fragen.

Gemeinsam finden wir heraus, was dein Becken gerade braucht, und planen einen Weg, der zu deinem Alltag passt. Wir freuen uns darauf, dich kennenzulernen.

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