A little boy standing in the grass with his arms outstretched

Wachstumsschmerzen bei Kindern: das können Eltern tun

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Sabine Kasten

Wachstumsschmerzen bei Kindern gehören zu den häufigsten Schmerzformen im Kindesalter. Vielleicht kennst du die Situation: Dein Kind wacht abends oder nachts weinend auf und klagt über ziehende Schmerzen in den Beinen. Am nächsten Morgen ist der Schmerz verschwunden. Meist sind diese Beschwerden harmlos. Trotzdem verunsichern sie, weil die Ursache oft unklar bleibt. In diesem Beitrag erfährst du, woran du die Beschwerden erkennst und was deinem Kind helfen kann.

Was sind Wachstumsschmerzen bei Kindern?

Wachstumsschmerzen bei Kindern treten typischerweise am Abend oder in der Nacht auf. Sie liegen meist in beiden Beinen, oft in den Waden, Oberschenkeln oder Kniekehlen. Tagsüber ist dein Kind beschwerdefrei und bewegt sich normal. Schätzungen zufolge ist etwa ein Drittel der Kinder im Vor- und Grundschulalter zeitweise betroffen. Erste Beschwerden zeigen sich manchmal schon bei jüngeren Kleinkindern.

Der Name führt jedoch leicht in die Irre. Denn ein direkter Zusammenhang mit dem Knochenwachstum ist bislang nicht belegt. Die genaue Ursache bleibt unbekannt. Fachleute vermuten unter anderem eine stärkere Belastung des Gewebes nach aktiven Tagen. Deshalb steht ein anderer Punkt im Vordergrund: Ernstere Erkrankungen müssen wir sicher ausschließen.

Beruhigend ist, dass die Schmerzepisoden in der Regel kurz sind. Sie dauern oft nur Minuten bis wenige Stunden und klingen dann von selbst ab. Zwischen den Episoden liegen häufig beschwerdefreie Tage oder Wochen. In vielen Fällen verschwinden die Beschwerden mit der Zeit ganz.

Woran du typische Anzeichen erkennst

Einige Merkmale helfen dir bei der Einordnung. Die Schmerzen kommen und gehen, treten also nicht jeden Tag auf. Außerdem betreffen sie in der Regel beide Beine. Durch Zuwendung, sanftes Massieren oder Wärme bessern sie sich rasch. Sichtbare Veränderungen wie Schwellungen oder Rötungen fehlen dabei.

Manche Warnzeichen sprechen jedoch gegen harmlose Wachstumsschmerzen bei Kindern. Dazu gehören:

  • Schmerzen nur in einem Bein oder immer an derselben Stelle
  • Beschwerden am Tag oder über mehrere Tage anhaltend
  • Schwellung, Rötung, Überwärmung oder Hinken
  • Fieber, Müdigkeit, Gewichtsverlust oder ein allgemeines Krankheitsgefühl

Zeigen sich solche Zeichen, lass dein Kind kinderärztlich untersuchen. Die Diagnose ist nämlich eine Ausschlussdiagnose. Das heißt: Die Ärztin oder der Arzt stellt sie erst, wenn andere Ursachen ausgeschlossen sind. Eine fachliche Übersicht bietet die AWMF zu muskuloskelettalen Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen.

Nach einem sehr aktiven Tag können auch harmlose Überlastungen die Beine schmerzen lassen. Solche Beschwerden ähneln Wachstumsschmerzen und vergehen ebenfalls von selbst. Entscheidend bleibt das Gesamtbild. Bei typischem Verlauf ohne Warnzeichen brauchst du dir meist keine Sorgen zu machen.

Was bei Wachstumsschmerzen helfen kann

In der akuten Phase kannst du einiges tun. Sanfte Massagen der Beine wirken beruhigend. Auch Wärme entspannt die Muskeln, etwa durch eine warme Auflage oder ein warmes Bad. Leichte Dehnübungen am Tag unterstützen zusätzlich. Schmerzmittel solltest du nur nach Rücksprache mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt geben.

Auch deine ruhige Reaktion hilft deinem Kind. Nimm die Schmerzen ernst und bleib gelassen. Schon eine sanfte Berührung und ein paar beruhigende Worte lösen die Anspannung. Viele Kinder schlafen danach rasch wieder ein. Ein fester Abendablauf mit genug Ruhe unterstützt zusätzlich.

Auch viel Bewegung und passendes Schuhwerk tun den Beinen gut. Denn eine ausgewogene Belastung entlastet Muskeln und Gelenke. Wie stark die Füße dabei die Haltung prägen, liest du in unserem Beitrag über bessere Körperhaltung durch gesunde Füße. Ob eine Behandlung im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von den Beschwerden ab. Dazu erklären wir dir außerdem, wann eine Therapie wirklich sinnvoll ist.

Wie wir dich unterstützen

In der Physiotherapie schauen wir uns zuerst das gesamte Bewegungsmuster deines Kindes an. Wir prüfen die Beweglichkeit der Gelenke, die Länge der Muskulatur und die Belastung der Beine. Daraus leiten wir sanfte Übungen ab, die Spannungen lösen und die Beine entlasten. So zeigen wir dir auch, wie du dein Kind zu Hause begleiten kannst.

Bei Bedarf ergänzen wir die Behandlung um osteopathische Ansätze. In der Praxis zeigt sich, dass sie Verspannungen lindern und die Wahrnehmung schulen können. Beide Verfahren ersetzen jedoch keine ärztliche Abklärung. Den Alltag deiner Familie erleichtern sie aber oft spürbar. Auch der Schlaf spielt eine Rolle, weil Schmerzen in der Nacht alle belasten. Anregungen dazu findest du in unserem Beitrag über Schlafprobleme bei Kindern.

Du bist unsicher, ob hinter den Beschwerden deines Kindes Wachstumsschmerzen stecken? Dann melde dich gern bei uns in Osnabrück. Wir nehmen uns Zeit, hören zu und schauen gemeinsam mit dir, was deinem Kind guttut.

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